Presentazione del libro “Suonare in caso di tristezza. Dialogo sulla scuola e sulla democrazia”

Aktion “Deine Bibliothek kommt zu dir” – Parte l’iniziativa “La biblioteca a casa tua”

Foto für Aktion "Deine Bibliothek kommt zu dir"

[Testo in italiano dopo il testo tedesco]

Kultur soll in der derzeitgen Notsituation nicht zu kurz kommen: Ab Montag bietet die Meraner Stadtbibliothek einen Lieferdienst an, der ausgeliehen Bücher zuhause zustellt. Die Lieferung der bestellten Medien erfolgt über das Team des Hauspflegedienstes.

“Im Zuge der Präventivmaßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus mussten auch in Meran die öffentliche Bibliothek am Rennweg und ihre Zweigstelle in Sinich bis auf Weiteres geschlossen werden. Für viele Bücherfans ist das ein weiterer schmerzlicher Einschnitt in vertraute Gewohnheiten. Doch durch diese Aktion wird der Bevökerung die Möglichkeit gegeben, während der Corona-Krise von den Bibliotheksangeboten zu profitieren. Dank der Zusammenarbeit mit dem Team des Hauspflegedienstes haben Bürger und Bürgerinnern auch in dieser schwierigen Zeit einen Zugang zum Lesestoff”, lobten Bürgermeister Paul Rösch und Vizebürgermeister Andrea Rossi die Initiative der Stadtbibliothek.

Ab Montag, 20. April können BenutzerInnen Bücher/Medien telefonisch, per Mail oder direkt im Onlinekatalog Explora bestellen, wobei pro Benutzer und Monat die Ausleihe auf fünf Medien beschränkt ist. Eine Rückgabe ist vorläufig nicht vorgesehen.

Buchtipp – “Im Schweiße deines Angesichts”. Ein Blick in die Bibel aus evolutionärer Sicht.

Ich verspürte immer schon ein großes Interesse für die Figur Jesu und für die Bibel. Dieses Interesse ist jedoch weniger von religiösen als vielmehr von laizistischen Beweggründen geprägt. Ich habe mich immer wieder mit der Bibel beschäftigt, diese gelesen, und für mich als bekennender Atheist, viel gewinnbringende Gedanken erhalten. In diesen Zeiten, in denen wir im Angesicht einer bedrohlichen Pandemie stehen, bin ich einer Lektüre wieder begegnet, die ich vor einiger Zeit genossen habe. Es handelt sich um ein Buch des Anthropologen Carel van Schaik und des Historikers Kai Michael, das den Titel „Das Tagebuch der Menschheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät“ trägt. Das Buch ist drei Jahre alt, es wurde 2017 veröffentlicht, und ist eine leicht sowie angenehm zu lesende, und dennoch wissenschaftlich fundierte historisch-anthropologische Betrachtung der Bibel, die als kollektives Handout der menschlichen Gesellschaft im Nahen Osten der frühchristlichen Zeit verstanden wird.

So nähern sich die Autoren dem biblischen Stoff nicht nur mit historischer Genauigkeit, sondern auch mit semantischem Blick. Sie zeigen uns, dass die Bibel eine konkrete Hilfe war, existenziell bedrohliche Herausforderungen zu stemmen. Sie gab und vielfach gibt sie noch Antworten auf die grundlegenden Fragen nach der Todesangst, nach dem Bedürfnis nach Gerechtigkeit und dem richtigen Umgang damit. Insofern betrachten die beiden Autoren über Bibel nicht aus religiöser Sicht, sondern aus evolutionärer. Dies dürfte die Studie von van Schaik und Michel so einzigartig machen. Die beiden Autoren gehen dabei chronologisch vor. So stellen sie beispielsweise einen Zusammenhang her, zwischen den Katastrophen, von denen das Alte Testament voll ist, und der Darstellung des Exodus, der wortwörtlich von Regeln durchflutet ist. Die zehn Gebote stellen dabei nur einen kleinen, wenn auch den wahrscheinlich bekanntesten, Teil dieses Regelwerkes dar, der das zwischenmenschliche Verhalten, die Essgewohnheiten, das soziale Leben, bestimmt. Die existentiellen Fragen der damaligen Gesellschaft des vorderen Orients kreisten nicht nur um die physischen Grenzsituationen, wie die Geburtswehen, die Schufterei „im Schweiße des Angesichts“, den Familientragödien, die oft in Mord endeten, sondern auch um die Naturkatastrophen, die einer Erklärung bedurften. Heuschreckenplagen, Überschwemmungen, Hungerkatastrophen, Pandemien begleiteten die Menschen schon damals. Einen Grund für den exponentiellen Anstieg an lebensbedrohlichen Katastrophen sehen die beiden Autoren in der ökonomischen und kulturellen Revolution, die vor ca. 10.000 Jahren ihren Beginn einleitete und heute allgemein als „Neolithische Revolution“ bekannt ist.